Sowohl-als-auch

Gelebte Menschlichkeit wirkt heute fast wie ein leiser Gegenpol zu einer Welt, die immer schneller und immer digitaler wird. Im Engadin spüren wir täglich, wie stark diese beiden Welten miteinander verflochten sind. Wie sie sich gegenseitig brauchen – ob wir das nun wollen oder nicht.
Da sind einerseits wir alle, die mit und um unsere Gäste leben und arbeiten. Nur durch diese Gastfreundschaft und Offenheit kann Nähe entstehen. Bleibende Gespräche und unverwechselbare Eindrücke sind Geschenke, die uns alle durch den Alltag tragen und ihn schön machen.
Andererseits sind da Bedürfnisse nach Effizienz, wo Effizienz möglich ist. Damit mehr Zeit für das Schöne im Leben bleibt. Wir arbeiten stetig daran, Prozesse zu vereinfachen, Bedürfnisse aufzunehmen und Machbarkeiten auszuloten. Online soll leicht, klar und schnell sein. Rückmeldungen zeigen mir im Moment, dass wir da noch Luft nach oben haben und nicht am Ziel sind. Prozesse am Anfang der Reise seien oft zu komplex, zu verschachtelt, zu wenig intuitiv. Wir bleiben dran.
Gelebte Menschlichkeit im Zeitalter der Digitalisierung bedeutet für mich nicht ein Entweder-oder, sondern ein bewusstes Sowohl-als-auch.
Jan Steiner
Vorsitzernder der Geschäftsleitung, jan.steiner@engadin.ch
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